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Der Weg zum Finanzamt

Photovoltaik Steuer: Umsatzsteuer u.a. PV Steuer für Photovoltaikanlagen

Photovoltaik Steuer


Betreiber einer Photovoltaikanlage unterliegen der Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer, wenn Sie

"den erzeugten Strom ganz oder teilweise, regelmäßig und nicht nur gelegentlich in das allgemeine Stromnetz

einspeisen". Dieses geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums hervor.


Diese Regelung trifft bis auf einen vollständigen Eigenverbrauch des Stroms auf nahezu jeden Betreiber einer Photovoltaik Anlage zu. Von der Pflicht einer monatlichen Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer Erklärung können sich Anlagenbetreiber befreien lassen, wenn der Umsatz im laufenden Kalenderjahr 50.000€ nicht übersteigen wird und im Vorjahr unter 17.500€ lag. Diese "Kleinunternehmer Regelung" ist für die nächsten fünf Jahre bindend. Entscheidet sich der Betreiber einer Photovoltaikanlage dennoch, diese PV Steuer zu zahlen, kann er sich die Mehrwertsteuer, die er beim Kauf der Photovoltaikanlagenlage bezahlt hat, mit der ersten Steuer Erklärung rückerstatten lassen.


Für den laufenden Betrieb bedeutet die Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer Pflicht, dass der Netzbetreiber die Einspeisevergütung zuzüglich Mehrwertsteuer an den Betreiber der Photovoltaikanlage auszahlt. Die gezahlte Mehrwertsteuer / Umsatzsteuer führt der Betreiber dann an das Finanzamt ab.


Einkommenssteuer bei Photovoltaikanlagen

Die Einkommenssteuer wird fällig, wenn über eine Laufzeit von 20 Jahren die Erträge der Photovoltaik Anlage aufgrund der Einspeisevergütung höher sind als die Kosten. Die meisten Anlagen erwirtschaften so einen Gewinn. Berechnen lässt sich dieser, in dem der Betreiber  jährlich die Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Daher sollten auch alle Belege, die die Photovoltaikanlage betreffen, gesammelt werden. Der Gewinn, der so errechnet wird, muss in der Steuer Erklärung aufgeführt und versteuert werden.


Gewerbesteuer bei einer Photovoltaikanlage

Beim Betreiben einer Photovoltaikanlage wird der Strom, der nicht für den eigenen Verbrauch benötigt wird, in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Da der Strom dabei an den Netzbetreiber verkauft wird, liegt eine unternehmerische Tätigkeit vor. Dennoch muss man aufgrund der vergleichsweise geringen Größe der Photovoltaikanlage als Privatperson und Betreiber meistens kein Gewerbe anmelden.


Erst bei einem jährlichen Überschuss von mehr als 24.500€ ist es Pflicht, mit einer Photovoltaikanlage ein Gewerbe anzumelden und diese PV Steuer zu zahlen. Der hohe Überschuss wird nur von sehr großen Anlagen erzielt und als Betreiber einer Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus sind Sie davon daher meistens nicht betroffen. Jedoch ist ein Beratungsgespräch beim Steuerberater oder Finanzamt sinnvoll.


Steuerliche Behandlung von Batteriespeichern


Batteriespeicher sorgen bei Anlagenbetreibern, Steuerberatern und Finanzämtern immer wieder zu großen Fragezeichen. In Bayern, das bayerische Landesamt, spricht hier Klartext und zeigt dabei auch technischen Sachverstand.


Besonders interessant und hilfreich für Photovoltaik-Betreiber sind die Anwendungshilfen der bayerischen obersten Finanzbehörde, die dort Landesamt für Steuern heißt. Es betreibt auf seiner Internetseite sogar eine eigene Rubrik zum Thema Photovoltaik.

In Bayern stehen ja auch bundesweit die meisten Photovoltaik-Anlagen und natürlich gibt es auch in der Steuerverwaltung des südlichen Bundeslandes Photovoltaik-Betreiber. So ist es kein Zufall, dass es im „Standardwerk“ des Landesamts für Steuern „Hilfe für Photovoltaik-Anlagen“ schon vor Jahren auch Hinweise zur steuerlichen Behandlung von Stromspeichern gegeben hat.

Zu verstehen ist die Handreichung zunächst einmal als Auslegung des Steuerrechts auf diese Fragen und Verwaltungsanweisung für die Finanzämter. Die Broschüre richtet sich bewusst aber auch an Steuerberater und Anlagenbetreiber, um die Kommunikation mit den Finanzämtern zu erleichtern und Streitfälle von vornherein zu vermeiden. Dabei ist der Finanzverwaltung ein gut verständlicher Überblick gelungen.


Batteriespeicher in der Umsatzsteuer


In dem Leitfaden der bayerischen Finanzbehörde wird Umsatzsteuer und Ertragssteuer voneinander getrennt. Und so muss man auch bei Stromspeichern diese beiden Begriffe getrennt voneinander betrachten. Was die Umsatzsteuer betrifft ist man in Bayern schon lange die Auffassung, dass es darauf ankommt, ob der Batteriespeicher zusammen mit einer PV-Anlage errichtet wurden ist oder ob er später nachgerüstet wird.

Kauft man beides gleichzeitig, handele es sich bei der Anlage mit Stromspeicher um ein „einheitliches Zuordnungsobjekt“ und die umsatzsteuerliche Behandlung folgt dem Gesamtsystem. Wird der erzeugte Solarstrom also zu mindestens zehn Prozent unternehmerisch genutzt, kann die Photovoltaikanlage einschließlich Speicher dem Unternehmen zugeordnet werden.


Das bedeutet für den Stromspeicher:

Eine Erstattung der Vorsteuer ist möglich und beim privaten Verbrauch des Solarstroms bleibt es bei der Bemessungsgrundlage „Strombezugspreis“.


Wichtig ist dabei, dass nicht der im Speicher gespeicherte Strom unternehmerisch genutzt werden muss, also zum Beispiel ins Netz eingespeist oder anderweitig verkauft, sondern der von der Photovoltaikanlage insgesamt produzierte Solarstrom. Es reicht also aus, mindestens zehn Prozent des Stroms an den Netzbetreiber zu verkaufen. Einige Finanzämter verwechseln diese beiden Ansatzpunkte und dann sollte man einen Hinweis auf den Wortlaut im PDF der Bayern geben.


Anders ist es, wenn ein Batteriespeicher zu einem späteren Zeitpunkt einer bestehenden Photovoltaikanlage nachgerüstet wird. Dann handelt es sich bei dem Batteriespeicher um ein „eigenes Zuordnungsobjekt“ und der Speicher selbst müsste unternehmerisch genutzt werden, um dem „Unternehmen Photovoltaik“ zugeordnet zu werden. Gelingen könnte das zum Beispiel dann, wenn im Rahmen eines Cloudtarifs die Batterie für Netzdienstleistungen genutzt wird und diese Bereitstellung dann vergütet wird.


Batteriespeicher in der Ertragssteuer


Völlig unabhängig von der umsatzsteuerlichen Situation stellt sich die Frage, ob die Anschaffungskosten des Batteriespeichers in der Abschreibung und bei den Betriebskosten berücksichtigt werden kann. Erst im letzten Jahr haben die Bayern ihre Hinweise dazu präzisiert.

Ursprünglich hieß es, dass der Speicher nur dann ertragssteuerlich anzusetzen sei, wenn er selbst zu mindestens zehn Prozent unternehmerisch genutzt wird.

Dient er ausschließlich dem privaten Eigenverbrauch wie bei den meisten Photovoltaikanlagen, wäre diese Voraussetzung nicht erfüllt.


Doch nun macht die „Hilfe für Photovoltaik-Anlagen“ einen wichtigen Unterschied, der technisch begründet wird:

Die steuerliche Behandlung hängt davon ab, auf welche „Art und Weise“ der Batteriespeicher „in eine Bestandsanlage integriert wird (Einbau vor oder nach dem Wechselrichter)“.

Dies bezieht sich auf DC- oder AC-gekoppelte Speichersysteme. In Abhängigkeit von der Bauart könne der Batteriespeicher daher steuerlich gesehen ein selbstständiges Wirtschaftsgut oder unselbstständiger Bestandteil der Solarstromanlage sein.


Gegenüber der früheren Veröffentlichung ermöglicht diese neuere Rechtsauslegung der Finanzbehörden nun eine Abschreibung des Speichers mit der Photovoltaik-Anlage dann, wenn es sich um ein DC-gekoppeltes Batteriespeichersystem handelt. Die Anschaffungskosten des Speichers werden dann der Photovoltaikanlage zugerechnet und sind gemeinsam mit der Photovoltaikanlage bis zu 20 Jahre abzuschreiben. Rüstet man später nach, verteilen sich die Speicherkosten auf den verbleibenden Abschreibungszeitraum der Photovoltaikanlage.


Handelt es sich dagegen um ein AC-gekoppeltes Speichersystem, dann „stellt der Batteriespeicher ein selbstständiges Wirtschaftsgut dar“. Diene er dann „allein der Zwischenspeicherung des selbst erzeugten Stroms zum anschließenden privaten Verbrauch, ist der Batteriespeicher dem Privatvermögen zuzuordnen“, heißt es dazu in der „Hilfe für Photovoltaikanlagen“.


Das heißt, eine Abschreibung der Anschaffungskosten ist bei AC-gekoppelten Speichersystemen nur möglich, wenn auch eine unternehmerische Nutzung der Batterie stattfindet, wie oben bei der umsatzsteuerlichen Betrachtung beschrieben. Die Abschreibungsdauer des Speichers beträgt dann zehn Jahre.

Anders als bei der Umsatzsteuer wirkt sich die ertragssteuerliche Berücksichtigung des Speichersystems auch auf die Bewertung des Eigenverbrauchs aus.

Meistens werden dann die Selbstkosten angesetzt. Durch die Abschreibung der Batterie erhöhen sich diese deutlich. Im Einzelfall kann es deshalb sinnvoll sein, statt den Selbstkosten den von der Steuerverwaltung vorgeschlagenen Pauschalbetrag von 20 Cent pro Kilowattstunde Eigenverbrauch anzusetzen.

Trotzdem führen die Kosten des Speichers dazu, dass der Nachweis einer Gewinnerzielungsabsicht schwerer wird.


Abgeleitet vom PV-Magazine-Bericht vom 30.03.2020 Autor: Thomas Seltmann



Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine steuerliche Beratung im Einzelfall vornehmen können, dafür ist das deutsche Steuerrecht zu komplex, im Zweifelsfall kontaktieren Sie bitte einen Steuerberater der Sie in diesen Fragen kompetent beraten wird.

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